Die Hermeneutik als die Wissenschaft von der Deutung von Texten ist auch zum Verstehen von Fremden hilfreich. In einem ständigen Hin und Her spielt sie mit dem Verhältnis zwischen Fremdheit und Vertrautem, von Gewusstem und zu Erforschendem. Ein Text, ein „Fremdes“, wird erst durch seinen Kontext verständlich, dessen Bedeutung sich aber während des Interpretierens selbst wandelt. Fremdheit wird in Texten, Zahlen und Bildern festgehalten. Was diese Informationen für uns bedeuten, hängt von sprachlichen und inhaltlichen Vormeinungen ab. Diese liefern das Vorverständnis, um das zu Erforschende zu erfassen, dürfen aber nicht unreflektiert akzeptiert werden. Wer Fremdes verstehen will, muss also bereit sein, aufmerksam zuzuhören. |