Joseph Schumpeter (1883 -1950), ein österreichischer Ökonom, der unter anderem auch ein recht erfolgloser Finanzminister war, ehe er in die USA emigrierte, war ein Kritiker der Neoklassik. Als Student in Wien machte er sich mit dem Marxismus vertraut und wurde ein scharfer Kritiker. Er war sehr angetan von kapitalistischen Unternehmen und behauptete, dass die Neoklassik aufgrund ihrer Statik dem Wesen des Kapitalismus nicht gerecht werde. Sein Hauptwerk war einer historischen Untersuchung des Konjunkturzyklus gewidmet. Sein Bild von dem stürmischen, dynamischen Wachstum des Kapitalismus, in dem der technische Fortschritt aus dem Konkurrenzkampf hinsichtlich der Akkumulation resultiert, entspricht weitgehend der Marx´schen Analyse, wiewohl von einem apologetischen, das Unternehmertum glorifizierenden, Standpunkt aus.
"Der Prozess der schöpferischen Zerstörung ist das für den Kapitalismus wesentliche Faktum. Darin besteht der Kapitalismus und darin muss auch jedes kapitalistische Gebilde leben." |