Diese Methode besteht in der Auswahl der wesentlichen Elemente eines Problems, in dem Vernachlässigen aller irrelevanten Details und der Überprüfung der Wechselbeziehungen zwischen seinen einzelnen Elementen. Wenn die ausgewählten Größen und ihre Wirkungsmechanismen im großen und ganzen der Realität entsprechen, so sind die Beziehungen, die bei der Manipulierung des Modells abgeleitet werden können, aufschlussreich. Aber es besteht hierbei immer die Gefahr, dass irgendein Element, das in dem Modell außer acht gelassen wurde, in Wirklichkeit von Bedeutung ist, so dass Schlussfolgerungen, die aus dem Modell gezogen wurden, sich bei der Anwendung auf reale Gegebenheiten als falsch erweisen.
Ein Modell ist eine Hypothese über die Realität. In den Naturwissenschaften können Hypothesen durch experimentelle Beweise getestet werden. Aber eine Hypothese über die Gesellschaft kann nicht mit den Methoden der hochentwickelten Wissenschaften, durch Laborexperimente oder durch genaue Beobachtung unveränderlicher Naturgesetzmäßigkeiten nachgeprüft werden. Die Volkswirtschaftslehre muss sich häufig auf Experimente stützen, die sich durch laufende Ereignisse ergeben, und diese Experimente sind meist nicht wiederholbar.
Quelle: Robinson, Eatwell, 1974: 35. 91ff. |