Die konkrete politische Konjunktur am Ende des 2. Weltkrieges ermöglichte die Gründung der CEPAL, der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Comisión Económica para America Latina, englisch: ECLA – Economic Commission for Latin America) weitgehend unbeachtet von Europa und den USA, die mit ihren eigenen Problemen mehr als beschäftigt waren. Die CEPAL mit Sitz in Santiago de Chile wurde zum ersten Thinktank des Südens. Ihr Generalsekretär war der Argentinier Raúl Prebisch, ein hoher Beamter in Argentinien während der Weltwirtschaftskrise. Die CEPAL griff den breiten Wunsch nach Entwicklung auf und produzierte eine Theorie, die einen breiten Konsens an sich divergierender Interessen in Lateinamerika ermöglichte.
Die Geschichte der ersten Jahre der Cepal beschreibt Celso Furtado (1997a) in seiner Autobiographie. |