Die unter der Leitung von Raul Prebisch arbeitende Cepal begründete den Strukturalismus (auch als Cepalismus) als eine ökonomische Theorie, die einzelne Annahmen des Mainstreams in Frage stellte. Unterentwicklung wurde in bestimmten, in Lateinamerika anzutreffenen Strukturen, wie der Bodenbesitzverhältnisse und der Industriestruktur verortet. Die Dependenztheorie bzw. der historisch-strukturelle Ansatz – ein in der Zeit der Militärdiktaturen verwendeter Codename für politökonomische bzw. marxistische Forschung – radikalisierten die Kritik des Strukturalismus (Cardoso, Faletto 1976: 21) und sahen die Wurzeln der Unterentwicklung in der kapitalistischen Struktur der Weltwirtschaft (vgl. Lehmann 1990, Kay 1989). |