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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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2.2.5.3.1 Produktionsfaktoren

Produktionsfaktoren sind solche Sachgüter und Dienstleistungen, die im Produktionsprozess eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem menschliche Arbeitsleistung, Vorleistungen und der Verschleiß von Kapitalgütern.

In der Neoklassik werden drei Arten von Produktionsfaktoren unterschieden: Arbeit, Kapital und Boden (jeweils als gedachtes homogenes Gut). Da alle drei Faktoren gleichermaßen zur Produktion von Gütern gebraucht werden, werden sie auch nach der gleichen Systematik (Grenzproduktivität) entlohnt.

Im Unterschied dazu wird in der klassischen und marxistischen Arbeitswertlehre die überragende Bedeutung des Arbeitseinsatzes für den Produktionsprozess hervorgehoben. Nach Karl Marx ist alleine die menschliche Arbeitskraft wertschöpfend, Kapital geht lediglich mit seinem eigenen Wert (also der zur Produktion benötigten Arbeitskraft) in den Wert des neuen Produkts ein. Heute wird der Produktionsfaktor Arbeit im Mainstream meist auf Humankapital ausgeweitet, um das menschlicher Bildung inhärente produktive Potenzial hervorzustreichen. Gleichermaßen spricht man nicht mehr von Boden, sondern von ( natürlichen Ressourcen) natürlichen Ressourcen, um die Nutzung der gesamten Umwelt (etwa der nicht-erneuerbaren Ressourcen) für den Produktionsprozess zu betonen.

Das Grenzdenken gilt nicht nur für Haushalte und den Nutzen, sondern auch für Unternehmen und ihre Produktionsentscheidungen. Idee ist, dass bei der Erhöhung eines einzigen Produktionsfaktors im Produktionsprozess dessen Leistungsfähigkeit abnimmt, d.h. die Grenzproduktivität sinkt genauso wie der Grenznutzen. Helfen bei der Ernte eines 100.000 Quadratmeter großen Gartens statt 2 LandwirtInnen 5 mit, wird der Ertrag dennoch nicht wesentlich steigen (im Grunde steigt er nur dadurch, dass 5 LandwirtInnen für eine genauere Ernte sorgen als 2). Aus diesem Grund wäre es aus mikroökonomischer Sicht vernünftiger, nicht nur den Arbeitsinput, sondern auch den Input an Kapital zu erhöhen, und zwar bis zu jenem Punkt, wo das Grenzprodukt jedes Faktors genau ident ist.

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