Der Positivismus basiert auf der Annahme, die Wissenschaft sei neutral gegenüber den in der Gesellschaft existierenden Interessen, die im Feld der Wissenschaft tätigen Menschen seien an der Wahrheit und dem Allgemeinwohl orientiert, indem sie rational handeln. In dieser Selbstsicht der Wissenschaft liegt jedoch gleichzeitig die Wurzel ihrer größten Selbsttäuschung, denn dieses Wissen entsteht in einer Gesellschaft, die nicht nur in Besitzende und Nicht-Besitzende, sondern auch in Wissende und Nicht-Wissende geteilt ist. Methoden zu beherrschen verschafft Macht. |