Elastizitäten erklären in der mikroökonomischen Theorie die Auswirkungen der Veränderung einer Größe auf eine verbundene zweite Größe. Die beiden wichtigsten Elastizitätskonzepte sind die Preiselastizität der Nachfrage und die Einkommenselastizität.
Mit der Preiselastizität der Nachfrage wird der Effekt einer Preisänderung auf die nachgefragte Menge des zugehörigen Gutes gemessen. Wird auch bei großen Preissenkungen die Nachfrage nicht wesentlich erhöht, spricht man von unelastischer Nachfrage. Dies ist insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs (z.B. Grundnahrungsmittel) der Fall. Lassen sich hingegen schon mit kleinen Preisvariationen große Nachfragewirkungen erzielen, spricht man von elastischer Nachfrage. Sie beschreibt vor allem das Nachfrageverhalten auf Märkten für technologisch innovative Produkte (z.B. Mobiltelefone mit eingebauter Digitalkamera).
Die Einkommenselastizität der Nachfrage gibt die nachgefragte Menge in Abhängigkeit vom Einkommen der Wirtschaftssubjekte an. Steigende Einkommen wirken ebenfalls hauptsächlich auf die Nachfrage nach hochwertigen Konsumgütern und persönlichen Dienstleistungen, während der Konsum von primären Gütern nur begrenzt erhöht wird. Das Konzept der Elastizitäten stellt damit, neben vielen anderen Einflüssen, auch einen wichtigen Ansatz zur Erklärung der chronischen Leistungsbilanzschwierigkeiten der Entwicklungsländer dar, deren Exportstruktur wesentlich stärker von Gütern des primären Sektors (also insbesondere landwirtschaftlichen Erzeugnissen) bestimmt wird. |