Oligopole kennzeichnen die häufigste Marktform im Kapitalismus. Der Markt wird von wenigen, großen Anbietern dominiert. Ein gutes Beispiel stellen die Märkte für Passagierflugzeuge dar, wo im Extremfall zwei Anbieter die gesamte Welt versorgen. Oligopolisten nehmen durch ihre Macht eine Stellung zwischen Monopolisten und Unternehmen auf vollkommenen Märkten ein. Schließen sie sich zu einem Kartell zusammen, besitzen sie die gleichen Möglichkeiten der gewinnmaximierenden Preisgestaltung wie Monopolisten. Auch in diesem Fall findet also ein Umverteilungsprozess von den KonsumentInnen zu den Unternehmungen statt.
Oligopole bestimmen, was produziert wird, und lassen die Konsumentensouveränität zur einer Wahl des geringeren Übels werden.
Beispiel Medienmarkt
Der Medienmarkt ist durch einen hohen Konzentrationsgrad gekennzeichnet. Wenige Anbieter beherrschen fast den gesamten Markt, es handelt sich um einen sogenannten oligopolistischen Markt. Auf diesem wird strukturelle Macht nicht von anonymen Kräften, sondern von einigen wenigen AnbieterInnen ausgeübt. Die LeserInnen sind zwar die Nachfragenden nach Information, sie sind aber nicht die HauptkundInnen von Zeitungen und Fernsehanstalten. Die Medienkonzerne erhalten ihre wesentlichen Einnahmen aus dem Werbegeschäft, will heißen den Werbeeinschaltungen großer Unternehmungen. So sind also am Medienmarkt Großunternehmen die wichtigsten Kunden von Medienkonzernen. Auf den meisten anderen Märkten sind ebenfalls einige wenige Großunternehmen bestimmend, die Tendenz zu Oligopolbildungen ist allgemein. Eine durch Konzerne und Großunternehmen beherrschte Wirtschaftsordnung ist deshalb treffender als Kapitalismus zu bezeichnen, weil kapitalistische Märkte immer, und nicht nur in Ausnahmefällen, durch asymmetrische Machtbeziehungen gekennzeichnet sind. |