Vollkommene Konkurrenz (gleichbedeutend mit vollkommener Markt) kennzeichnet den idealen Markt der Mikroökonomie. Nur in diesem Fall ‚ökonomischen Vakuums‘ sind ihre verallgemeinernden Aussagen gültig. Das ist umso bedenklicher, als an die Bedingung vollkommener Konkurrenz hohe und wirklichkeitsferne Anforderungen gestellt werden:
Es müssen homogene (also vollkommen idente) Güter ausgetauscht werden. Das trifft meist nur auf Erzeugnisse des primären Sektors zu (z.B. Weizen).
Es herrscht völlige Transparenz auf dem Markt und jede/r MarktteilnehmerIn verfügt über absolute Information.
Es gibt unendlich viele AnbieterInnen und NachfragerInnen.
Es treten keine Formen des Marktversagens auf.
Aufgrund der unrealistischen Annahmen dienen vollkommene Märkte meist nur zur theoretisch-abstrakten Illustration der Wirkmechanismen der Mikroökonomie. Für die Analyse der ökonomischen Realität ist die Theorie unvollkommener Märkte relevanter.
Die Vorstellung vollkommener Märkte prägt sowohl die Lehrbücher als auch unsere Köpfe. Eine derartige „echte“ Marktwirtschaft nennt die Wirtschaftswissenschaft einen atomistischen Markt, weil die Teilnehmenden nur Atome sind, die das Ganze nicht beeinflussen können. Die Freiheit der KonsumentInnen und kleinen Firmen besteht darin, sich den Preisen anzupassen, so wie sie das Spiel von Angebot und Nachfrage signalisiert. Die Einzelnen handeln nicht, sondern passen sich nur an. Sie sind, im Rahmen der Neoklassik, reine Optimierungsmaschinen. Dieses Bild ist aber nicht einmal eine gute Beschreibung von Bauernmärkten, geschweige denn von den real existierenden Märkten allgemein. |