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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 2 Ökonomische Theorien
 up 2.2 Neoklassik

2.2.4 Neoliberales Revival der Neoklassik

Die Neoklassik geriet mit der Weltwirtschaftskrise 1929 in Misskredit, da sie keinerlei Konzepte gegen Arbeitslosigkeit und Rezession anzubieten hatte. Der Keynesianismus beendete die Vorherrschaft der neoklassischen Schule für einige Jahrzehnte.

Aber schon 1939 bei einer Konferenz in Genf formierten sich liberale Ökonomen neu.

Der Begriff Neoliberalismus wird, in Anknüpfung an den klassischen Liberalismus, von einigen Ökonomen wie Friedrich August Hayek und Walter Eucken im Jahr 1939 geprägt. Eucken ist der Begründer der sogenannten ‚Freiburger Schule‘, die unter dem einschneidenden Eindruck der sozialen Folgen der Weltwirtschaftskrise in Deutschland in den 1930er Jahren entsteht, jener Zeit, als Keynes in England seine wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Globalsteuerung des Wirtschaftsprozesses formuliert.

Eucken befürwortet zwar eine liberal ausgestaltete Wirtschaftsordnung, sieht aber neben staatlicher Wettbewerbspolitik und der Korrektur externer Effekte auch im Bereich sozialpolitischer Maßnahmen und steuerlicher Verteilung wichtige Angelpunkte staatlicher Intervention. Monopole werden als größere Gefahren betrachtet als ArbeiterInnenbewegungen. Die Betonung der Bedeutung einer (sozial-)staatlichen Rahmenordnung des Wirtschaftsprozesses bringt dieser Strömung bald die Bezeichnung ‚Ordo-Liberalismus‘ ein. Nach dem zweiten Weltkrieg wird die ordo-liberale Schule unter dem deutschen Bundeswirtschaftsminister (und späteren Bundeskanzler) Ludwig Erhard zum theoretischen Fundament der deutschen sozialen Marktwirtschaft.

Daneben entwickelt sich, primär auf den Überlegungen von Ludwig von Mises und Friedrich August Hayek basierend, der autoritäre Liberalismus. Hayek entwickelt den Wirtschaftsliberalismus in eine evolutionstheoretische Sozialphilosophie, deren Grundgedanke der Erhalt einer vermeintlich ‚natürlichen Ordnung’ im Sinne des Status quo ist. Der Schutz des Eigentums geht also dem Erhalt der Wirksamkeit von Märkten vor.

 down 2.2.4.1 Milton Friedman
 down 2.2.4.2 Friedrich August Hayek
 down 2.2.4.3 Monetarismus
 down 2.2.4.4 Washington Consensus
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