Die Neoklassik ist das dominante Paradigma der Wirtschaftswissenschaften,und wird daher auch als Mainstream oder Orthodoxie (Rechtgläubigkeit) bezeichnet. Sie sieht die Ökonomie nicht so sehr als ein abgeschlossenes System, sondern als eine Methode der Optimierung, die auf die gesamte Gesellschaft anwendbar ist.
Die Neoklassik grenzt sich als reine Ökonomie von der politischen Ökonomie ab. Aus diesem Grund weist die Bezeichnung Neoklassik fälschlicherweise auf ein Naheverhältnis zur Klassik hin. Es stimmt zwar, dass die Neoklassik die Smithsche Metapher von der unsichtbaren Hand formal perfektionierte und damit das Gesetz von Angebot und Nachfrage als ein Optimierungsverfahren formalisiert wurde. Es gibt jedoch eine Reihe von Unterschieden zur Klassik.
- Die Neoklassik untersucht die reine Ökonomie und blendet deshalb den Bereich der Politik aus.
- Die Grenzproduktivitätslehre dient anstelle der Arbeitswerttheorie als Verteilungstheorie. Damit ist jede gegebene Einkommensverteilung gerecht, weil sie der geleisteten Produktivität entspricht.
- Die Neoklassik orientiert sich an Logik und Mathematik und ist daher statisch, bzw. komparativ-statisch, während die Klassik eine historisch-dynamische Analyse vornimmt.
- Die Neoklassik stellt einzig den Tausch (Handel) in den Mittelpunkt, während in der Klassik Tausch und Produktion bedeutsam sind.
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