Partikuläre Entwicklungskonzepte betonen die Besonderheiten von konkreten Entwicklungsprozessen. Raum-Zeit-spezifische Aspekte sind im Rahmen einer kontextuellen Analyse in Betracht zu ziehen.
So unterschiedlich Sozialismus und Marktwirtschaft als Ziele der Entwicklung erscheinen, so teilten doch gute Teile beider Lager die positivistische Überzeugung, es gäbe eine richtige und universell gültige Vorstellung über Entwicklung. Es war dieser universelle Anspruch, der durch die Postmoderne kritisiert wurde. Woher komme die Anmaßung Europas, das Maß aller Dinge zu sein, wenn es Europa war, das seine Kolonien ausblutete, den Holocaust produzierte und Weltkriege vom Zaun brach? Welche Arroganz der US-Amerikaner, den eigenen Lebensstil als Maß aller Dinge zu sehen und weltweit Menschenrechte einzufordern, wenn sie selbst ihre indigene Bevölkerung fast ausrotteten, den Schwarzen jahrhundertelang den Status als Menschen vorenthielten und internationale Abkommen boykottierten? Eine der Reaktionen auf diese Doppelbödigkeit bestand darin, den Entwicklungsjargon als einen heuchlerischen Diskurs zu bezeichnen und Entwicklung als ideologischen Begriff zu denunzieren. Dies taten seit den 1970er Jahren immer mehr Forschende. |