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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 3.4 Entwicklung

3.4.1 Universelle Entwicklungskonzepte

Universelle Entwicklungskonzepte beanspruchen Allgemeingültigkeit, d.h. sie behaupten, zu allen Zeiten an allen Orten gültig zu sein. Es handelt sich also um Raum-Zeit-unabhängige Wahrheiten. Es wird davon ausgegangen, dass es eine einheitliche Vorstellung davon gibt, was ein guter und anzustrebender Entwicklungszustand sei.

Universellen Definitionen liegt zumeist das Konzept nachholender Entwicklungzugrunde. Der Rest der Welt habe die Reichen nachzuahmen. Demnach werden bestimmte Merkmale der abendländisch-westlichen Kultur zu universellen Werten der Menschheit: Modernisierung, Rationalisierung, Sekularisierung, Menschenrechte und Demokratie sind einige dieser zumeist liberalen Werte, die wichtige Eckpfeiler dieser universellen Entwicklungskonzepte darstellen. Im Konzept von Good Governance wird dies zusammengefasst.

Düne, Jericoacoara

Entwicklung läuft demnach linear ab, sie sei, gleich einer Stufenleiter, empor zu klettern: Sei dies vom Kleinkind zum Jugendlichen und Erwachsenen oder vom Einzeller im Zuge der menschlichen Stammesgeschichte zum homo sapiens. Ländern ergehe es hierbei nicht anders, denn das entwickelte Land zeige dem weniger entwickelten das Bild seiner eigenen Zukunft. So wie die Dinge heute in den USA laufen, so ähnlich schaut es in Österreich in 10 Jahren, in Südafrika in 25 und in Indien in 40 Jahren aus; so die Hoffnung der „OptimistInnen“. In der Tat ist dieser Sickereffekt von Fortschritt und Modernisierung beobachtbar: Fernsehapparate, Kühlschränke und Autos verteilen sich über den ganzen Globus und sind heute – wenn auch sehr ungleich verteilt – an allen Ecken der Welt zu finden. PessimistInnen wiederum meinen, die Stufenleiter habe oben nur Plätze für einige Wenige anzubieten. Die, die unten angesiedelt sind, können denen oben zwar zuschauen, ihre Randstellung wird sich aber im Rahmen der bestehenden Ordnung nicht ändern. Afrika bleibt Afrika und der Reichtum Lateinamerikas fließt nach Norden, solange Herrschaft und Ausbeutung kein Ende gesetzt wird. Erst wenn die Dinge auf den Kopf gestellt werden, wenn eine Revolution gemacht wird, dann könnten die von unten ganz hinauf kommen.

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