Konsumentensouveränität bedeutet Markt-Wahlfreiheit und darauf beruht die ökonomische Handlungstheorie.
Die Aktivitäten der Fair Trade Bewegung zielen deshalb auf die Schaffung eines vielfältigeren Angebots, damit KonsumentInnen „wirklich“ wählen können. KundInnen können ihre Waren-Wahl-Freiheit jedoch nur gemäß ihrer Kaufkraft ausüben, wer mehr Geld besitzt ist demnach freier, sprich verfügt über mehr Möglichkeiten, das eigene Leben, aber auch das Gemeinwohl zu gestalten. Während manche aufgrund ihrer geringen Kaufkraft am Markt gerade eben ihre Bedürfnisse befriedigen können, können andere darüber hinaus auch noch moralisch handeln, weil sie ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Produkte gekauft haben. Dies ist die maximale Reichweite sozialliberaler Moral. Will die Bewegung für den fairen Handel jedoch zur konkreten Utopie der Teilhabe beitragen, müsste sie vor allem den Marktfundamentalismus kritisieren, und nicht die Illusion nähren, faire Märkte bedürfen bloß der kritischen KonsumentInnen. Auf diese Weise würden die fair gehandelten Produkte auch ein wenig vom Schleier der Warenform verlieren, gesellschaftliche Bewertungen durch BürgerInnen würden in ihren Preis einfließen. |