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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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2.3.9.5.1 Entitlements

Sen führt den Begriff der Entitlements ein, um die rechtlichen und materiellen Voraussetzung für Freiheit offenzulegen. Der Zugang zur Welt des Konsums hängt am Geld, aber es gibt auch andere Ansprüche (entitlements) an das Leben.

Unter Entitlements versteht er all die Ansprüche und Berechtigungen, auf die eine Person zurückgreifen kann, um ihr Leben zu gestalten. Als entitlements gelten gleichermaßen ein kostenloses Bildungs- und Gesundheitssystem, der Zugang zu Trinkwasser und ein öffentliches Verkehrssystem, das Mobilität gewährleistet. Entitlements werden weder ausschließlich vom Markt noch vom Staat bereitgestellt, sondern auch ein funktionierendes soziales Netz aus Familie und Nachbarschaft kann entitlements gewährleisten. Entitlements sind also nicht einfach universell festlegbare Grundbedürfnisse. In jedem historisch-geographischen Kontext werden soziale Gemeinschaften, der Markt und der Staat in unterschiedlicher Weise entitlements zur Verfügung stellen. Menschen vor Ort als Subjekten ihrer Entwicklung muss Raum gegeben werden, ihre eigenen Ansprüche zu definieren und diese Ansprüche auch einfordern zu können. Daher ist Entwicklung ohne Teilhabe unmöglich.

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