Der Weltsystemansatz entstand in den 1970er Jahren und ist eng mit dem Namen Immanuel Wallerstein verbunden. Aufbauend auf der aus dem Funktionalismus entstandenen Systemtheorie wird dabei der weltweite Kapitalismus als einheitliches System betrachtet. Die Analyse erfolgt damit auf hoher Abstraktionsebene, von Widersprüchen und Klassenauseinandersetzungen und deren Rolle für die historische Entwicklung wird weitgehend abstrahiert. Damit eignet sich dieser Ansatz primär für die Analyse sehr langfristiger Entwicklungen - etwa der Thematisierung des Übergangs vom Feudalsystem zum Kapitalismus. Bezogen auf die Analyse mittel- und kurzfristiger Entwicklungen (Gesellschaftsformationen im Kapitalismus) besteht jedoch aufgrund der systemtheoretischen Konzeptualisierung die Gefahr, dass handlungstheoretische Perspektiven (und damit die Rolle von sozialen Auseinandersetzungen) unterbelichtet bleiben. |