Antonio Gramsci war ein bedeutender italienischer Politiker und Intellektueller der aufbauend auf die marxistische Tradition das Konzept von gesellschaftlicher Hegemonie entwarf. Gramsci war Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens und musste deshalb unter Mussolini ins Gefängnis, wo er seine berühmten Gefängnishefte verfasste. Er starb an den Folgen des Gefängnisaufenthalts.
Gramsci war ein Kritiker der vereinfachenden Vorstellung, dass die ökonomische Basis den gesellschaftlichen Überbau bestimme. Deshalb interessierte er sich sehr für Kultur, ohne eine marxistische Analyse aber aufzugeben. Er meinte, dass gesellschaftliche Strukturen sich nicht nur über direkte Gewalt sondern auch über Konsens reproduzierten. Damit rückte die in der "Zivilgesellschaft" stattfindende Auseinandersetzung um Bedeutungsgebung ins Zentrum der kritischen Analyse. Heute stellt Gramsci für einen wichtigen Teil der internationalen politischen Ökonomie einen zentralen Bezugspunkt dar. |