Das Verständnis von Raum als etwas Absolutem beruht auf der Newtonschen Physik und Mechanik. Demnach ist der Raum etwas Unendliches, das als eigenständige physische und empirische Einheit unabhängig von Dingen und menschlicher Erfahrung existiert. Räumliche Phänomene sind in dieser Konzeption gegenüber den Dingen und sozialen Prozessen an sich zweitrangig. Raum ist etwas Fixes: Berge und Flüsse gibt es zwar nicht ewig, aber doch schon sehr lange. Bedeutsam ist das Konzept des Behälterraums, welcher mit Dingen, Menschen und Beziehungen angefüllt wird. Dem euklidischen Raumverständnis folgend sind Raum und Rauminhalt entkoppelt. Landschaften sind eine Form, wie der Behälter gefüllt werden kann. Dies gilt auch für die Politik: Die mittelalterliche Stadt, in der galt "Stadtrecht macht frei", war ebenso ein Machtbehälter wie dies seit dem 19. Jahrhundert Nationalstaaten sind. |