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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 2.3 Keynesianismus
 up 2.3.4 Grundbegriffe des Keynesianismus
 up 2.3.4.2 Globalsteuerung
 up 2.3.4.2.1 Geldpolitik

2.3.4.2.1.4 Wechselkurs

Der Wechselkurs gibt das Austauschverhältnis von Währungen untereinander an. Mit dem Preiswechselkurs wird der Preis in inländischer Währung für 1 Einheit ausländischer Währung angegeben (z.B. 1 US$ = 1,075 EUR). Der Mengenwechselkurs gibt im Unterschied dazu an, wieviel an ausländischer Währung man für eine Einheit inländischer Währung bekommt (z.B. 1 EUR = 0,93 US$) Der Wechselkurs wird auf den internationalen Devisenmärkten einerseits vom Außenhandel, andererseits aber von rein monetären Transaktionen aufgrund von Zinsniveauunterschieden, unterschiedlichen Inflationsraten, erwarteten Wechselkursveränderungen (Kursspekulatiuon) etc. bestimmt. Unterschiedliche Theorien zur Erklärung von Wechselkursen greifen je einen dieser Einflussfaktoren heraus. Die Kaufkraftparitätentheorie begründet das Zustandekommen des Wechselkurses mit Kaufkraftunterschieden in verschiedenen Ländern, also mit dem Inflationsdifferenzial. Demgegenüber spiegelt gemäß der Zinsparitätentheorie der Wechselkurs das Verhältnis der Zinssätze in zwei Ländern wider.

Bei der Ausgestaltung von Wechselkurssystemen unterscheidet man zwischen flexiblen und festen Wechselkursen. Im Extremfall vollkommen flexibler Wechselkurse (free-floating) werden die Kurse ausschließlich auf den Devisenmärkten gebildet. Im Falle fester Wechselkurse entscheidet sich ein Land (oder auch mehrere Länder), den Kurs gegenüber einer (oder mehrerer) Währung(en) langfristig zu stabilisieren. Diese festen Kurse werden auch als Parität (oder Leitkurs) bezeichnet (z.B. das historische Verhältnis 1 DM = 7,03552 ATS). Die Entscheidung für feste Wechselkurse erfordert seitens der Zentralbanken eine intensive Überwachung der Devisenmärkte und regelmäßige Interventionen durch An- und Verkäufe von Devisen. Bei großem Inflationsdifferenzial zwischen zwei Währungen entscheidet man sich oft für ein Regime des ‚crawling peg‘, wo es aufgrund bestimmter Regeln (z.B. in periodischen Abständen) zu einer Anpassung der Parität kommt. Dürfen Wechselkurse innerhalb einer bestimmten Bandbreite schwanken, spricht man von ‚quasi-fixen‘ Wechselkursen. Das war beispielsweise im Europäischen Währungssystem (EWS), dem Voreiter der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion der Fall. Wird die Parität bewusst verändert und der Preis der Inlandswährung bspw. verbilligt, um dem eigenen Land Exportvorteile zu verschaffen, spricht man von Abwertung (bzw. im gegensätzlichen Fall von Aufwertung).

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