Keynes leitet aus seinen Überlegungen wichtige wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen ab. Durch den versagenden Zinsmechanismus hat Geldpolitik in Zeiten der Krise nur bescheidene Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Aus diesem Grund muss der Staat durch öffentliche Investitionen (Fiskalpolitik) die Nachfrage ankurbeln.
"Ich denke mir daher, dass eine ziemlich umfassende Verstaatlichung der Investition sich als das einzige Mittel zur Erreichung einer Annäherung an Vollbeschäftigung erweisen wird". (Keynes, 1936: 318)
Die Theorie antizyklischer Fiskalpolitik besagt, dass die im Zuge der Kriseninterventionen entstehenden öffentlichen Defizite (deficit spending) durch Überschüsse in prosperierenden Phasen auszugleichen sind. Basierend auf Keynes‘ Analysen wird nach dem zweiten Weltkrieg in nahezu allen Industrieländern nicht nur gezielte Steuerung des Wirtschaftsprozesses politisch angestrebt, sondern auch rechtlich verankert. Erst mit dem Ende des fordistischen Wachstumsmodells und dem Zusammenbruch des Bretton Woods Systems Anfang der 1970er Jahre und den gleichzeitig aufstrebenden neoliberalen ökonomischen Theorien gerät keynesianische Wirtschaftspolitik unter verstärkten Rechtfertigungsdruck. Mit Beginn der US-amerikanischen Hochzinspolitik 1979 wird die politische Umsetzung keynesianischer Globalsteuerung erheblich erschwert. |