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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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 up 2.3 Keynesianismus
 up 2.3.4 Grundbegriffe des Keynesianismus
 up 2.3.4.2 Globalsteuerung

2.3.4.2.1 Geldpolitik

Geldpolitik nimmt auf Menge und Wert von Geld Einfluss.

Die Geldpolitik soll den Binnenwert der Währung (Preisniveau), ihren Außenwert (stabile Wechselkurse) und die Versorgung der Wirtschaft mit Geld beeinflussen und zur Geldwertstabilität beitragen.

Geldpolitik wird meist von nationalen Notenbanken durchgeführt. Im Falle der 12 Mitgliedsstaaten der ‚Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion‘ (EWWU) ist die ‚Europäische Zentralbank‘ (EZB) für geldpolitische Strategien verantwortlich. Sie kann im Wesentlichen ihre Politik in völliger Unabhängigkeit (ohne Legitimationspflicht oder gar Weisungsgebundenheit gegenüber einem demokratisch legitimierten Organ) vollziehen. Es ist dies eine Tertiärisierung politischer Macht. Implizit wird damit die von unkontrollierten TechnokratInnen ausgeübte Sozialtechnik als neutrale Form geldpolitischer Steuerung akzeptiert.

Zur Durchführung der Geldpolitik stehen verschiedene Instrumente und Wirkmechanismen zur Erreichung von definierten Zwischenzielgrößen zur Verfügung. Dabei ist prinzipiell die Orientierung an der Geldmenge oder an einem bestimmten Zinsniveau möglich. Geldmengenpolitik wird insbesondere von jenen Zentralbanken betrieben, die hauptsächlich die Stabilität des Preisniveaus sicherstellen wollen und auf die monetaristische Lehre vom Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum, Wirtschaftswachstum und Inflation vertrauen. Zentralbänker, die binnenwirtschaftlich neben dem Ziel der Preisniveaustabilität auch ein ausreichendes Maß an Beschäftigung sicherstellen wollen, orientieren sich meist am Zinssatz als Zwischenziel. Sie berufen sich dabei im Wesentlichen auf die Lehren von John Maynard Keynes. Dies ist die Position der Federal Reserve Bank, Fed, der US-Notenbank.

Zur Bestimmung der Geldmenge gibt es zahlreiche Definitionen, die zu unterschiedlichen ‚Geldmengenaggregaten‘ führen. Neben Münzen und Banknoten zählen auch Sichtkonten bei den Geschäftsbanken, sonstige täglich fällige und kurzfristige Einlagen, aber auch bestimmte Geldmarktpapiere zur Geldmenge.

An Instrumenten bedient man sich sogenannter Offenmarktgeschäfte (An- und Verkauf bestimmter Wertpapiere, insbesondere Schuldtitel des Bundes), der Variation von Mindestreservesätzen (Mindestanteil der Verbindlichkeiten der Geschäftsbanken, der bei der Zentralbank zu halten und damit der Geldschöpfung durch das Geschäftsbankensystem entzogen ist) und bestimmter Diskontsätze. Alle drei haben das Ziel, die Kreditschöpfungsmöglichkeiten des Geschäftsbankensystems und somit die Geldmenge zu steuern, um auf diese Weise den Balanceakt zwischen Preisniveaustabiliät und Beschäftigungssicherung zu meistern.

Der Außenwert der Währung wird vielfach über Interventionen auf den Devisenmärkten stabilisiert, wobei sich die Zentralbanken untereinander absprechen und unterstützen. Diese Interventionen erfordern, dass die Zentralbanken auch stets über ein ausreichend hohes Maß an Fremdwährungsreserven verfügen, wofür eine ausgeglichene Zahlungsbilanz und somit eine ausreichend starke Exportwirtschaft erforderlich ist. Kommt es zu Schwierigkeiten, vergibt der ‚Internationale Währungsfonds‘ kurzfristige Kredite.

 down 2.3.4.2.1.1 Zinsen
 down 2.3.4.2.1.2 Inflation
 down 2.3.4.2.1.3 Deflation
 down 2.3.4.2.1.4 Wechselkurs
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