Als externe Effekte bezeichnet man Kosten und Nutzen, die bei anderen als den bei einer wirtschaftlichen Tätigkeit beteiligten AkteurInnen entstehen. Sie sind eine häufige Form von Marktversagen und zeigen die Grenzen mikroökonomischer Theorie auf. Man unterscheidet zwischen positiven und negativen externen Effekten.
Eine wirtschaftswissenschaftliche Subdisziplin, die großteils auf dem Konzept negativer externer Effekte aufbaut, ist die Umweltökonomie. Dabei wird angenommen, dass im Produktions- und Konsumtionsprozess vielfach Kosten für die Allgemeinheit entstehen, die sich nicht in den Marktpreisen widerspiegeln. Aufgrund der bestehenden Eigentumsrechte und der Dominanz der Wirtschaftssteuerung auf individueller Ebene können in reinen Marktwirtschaften auch nur individuelle Kosten- und Nutzenüberlegungen der einzelnen WirtschaftsakteurInnen, also der ProduzentInnen und KosumentInnen in die Preisgestaltung Eingang finden.
Positive externe Effekte entstehen, wenn von einer wirtschaftlichen Aktivität positive Wohlfahrtseffekte für nicht-Beteiligte entstehen. Zahlreiche Beispiele für positive externe Effekte finden sich beispielsweise in der Stadt- und Regionalökonomik. Werden in einer Straße mehrere Häuserfronten renoviert, so profitieren von dem neuen Erscheinungsbild der Umgebungen auch jene, die ihre Häuser weiterhin verfallen lassen.
Positive und negative externe Effekte, die im Zuge der räumlichen Konzentration wirtschaftlicher Aktivitäten entstehen, bezeichnet man auch als Agglomerationseffekte. Im Zuge der Urbanisierung entstehen ausdifferenzierte städtische Gesellschaften, die zahlreiche Chancen eröffnen und damit immer neue Aktivitäten anziehen, während an der sich entleerenden Peripherie das Potenzial für wirtschaftliche Aktivität weiter eingeschränkt wird. Positive Agglomerationseffekte ergeben sich aus dem großen städtischen Arbeits- und Absatzmarkt, der großen Dichte an potenziellen Zulieferbetrieben oder Produzentendiensten, dem vielfältigen Freizeit- und Kulturangebot, dem hochwertigen Infrastrukturangebot etc. Demgegenüber treten im Zuge zunehmender Verstädterung aber auch negative Agglomerationseffekte wie die hohe Konzentration der Umweltverschmutzung auf. Das Konzept der Agglomerationseffekte wird vielfach auch zur Erklärung unterschiedlicher Entwicklungspfade im Raum herangezogen.
Das Managen von externen Effekten steht im Zentrum sozialliberaler Wirtschaftspolitik. |