Im Unterschied zum mikroökonomischen Angebot bezeichnet ‚aggregiertes Angebot‘ (Gesamtangebot) die in der gesamten Volkswirtschaft in einer bestimmten Periode zur Verfügung stehende Menge an Gütern und Dienstleitungen und ist somit gleichbedeutend mit dem Bruttoinlandsprodukt. Zwischen monetaristischen und keynesianischen MakroökonomInnen wird seit langem diskutiert, inwiefern das Gesamtangebot vom Preisniveau abhängig ist. Während in den Augen der MonetaristInnen das Gesamtangebot als reale Größe auch ausschließlich von realen Größen wie Faktorausstattung und Produktivität der Ökonomie bestimmt wird und daher fix gegeben ist, sind keynesianische ÖkonomInnen der Überzeugung, dass durch Nachfragebelebung zumindest kurzfristig unausgelastete Ökonomien angekurbelt und die Produktion erhöht werden können.
Im makroökonomischen Sinne entspricht ‚aggregierte Nachfrage‘ (Gesamtnachfrage) den gesamten in einer Periode erstandenen Gütern und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft und damit ebenfalls dem Bruttoinlandsprodukt. Die Gesamtnachfrage setzt sich aus dem privaten Konsum, den Investitionen, dem Staatsverbrauch und dem Außenbeitrag (Exporte minus Importe) in einer Periode zusammen. Sie hängt somit in hohem Maße von der Einkommensverteilung, dem Zinsniveau und Erwartungen über die weitere Entwicklung, der Höhe und Zusammensetzung der Staatsausgaben sowie der Wirtschaftsstruktur des Landes und dem Außenwert der Währung ab.
Die Einkommensverteilung bestimmt insofern die Konsumnachfrage, als bei steigenden Einkommen der für Konsum verwendete Teil (Konsumquote) zu Lasten des angesparten Teils (Sparquote) abnimmt. Steigen in einer Periode vor allem die hohen Einkommen, sinkt also die volkswirtschaftliche Konsumquote. Zinssätze und Erwartungen sind demgegenüber für die Investitionsnachfrage entscheidend. Je niedriger die Zinssätze in einer Volkswirtschaft sind und je zuversichtlicher die zukünftigen Absatzchancen eingeschätzt werden, desto mehr wird investiert. Die Exportchancen einer Volkswirtschaft werden einerseits von der Zusammensetzung der produzierten Güter (je technologisch hochwertiger und innovativer, desto besser), andererseits vom Außenwert der heimischen Währung bestimmt. Sinkt der Wechselkurs, verbessern sich die Exportchancen der nationalen Wirtschaft. |