Der Monetarismus ist eine an der University of Chicago entwickelte liberale Wirtschaftstheorie. Wichtigste Aussage des Monetarismus ist, dass monetäre Größen die Realwirtschaft nicht beeinflussen. Wird die Geldmenge seitens der Zentralbank erhöht, hat dies nur Auswirkungen auf das Preisniveau. Im Sinne des Zieles der Preisniveaustabilität ist es daher einzige Aufgabe der Notenbanken, die Geldmenge in gleichem Ausmaß wie die Realwirtschaft wachsen zu lassen. Das Wirtschaftswachstum wird in dieser Theorie ausschließlich von der Ausstattung der Volkswirtschaft mit Produktionsfaktoren bestimmt.
In den 1980er Jahren wurden, zumindest dem Lippenbekenntnis nach, insbesondere die Regierungen des US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan (‚Reaganomics‘) und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher (‚Thatcherism‘) zu großen AnhängerInnen des Neoliberalismus. In der Tat praktizierte Reagan eine Politik des Militärkeynesianismus, die das Staatsdefizit explodieren ließ.
Seit den 1990er Jahren haben die monetaristischen Ideen der Geldmengensteuerung in den USA keine Bedeutung mehr und wurden durch keynesianische Zinspolitik ersetzt. In Europa hält die Europäische Zentralbank (EZB) aber weiterhin dogmatisch daran fest. Die Termini ‚Liberalisierung‘ und ‚Privatisierung‘ prägen weltweit den (wirtschafts-)politischen Diskurs und die Aushöhlung des keynesianischen Wohlfahrtsstaates schreitet weiter voran. Das Wirtschaftswachstum und die Stabilität der keynesianisch geprägten 1950er und 1960er Jahre konnte damit nicht mehr erzielt werden. Gleichermaßen kommt es zu einer sukzessiven Öffnung der Schere zwischen hohen und niedrigen Einkommen. Während sich das Durchschnittseinkommen einer US-amerikanischen Familie zwischen 1979 und 1997 um 9 Prozent erhöhte, stieg das Einkommen des bestverdienenden Prozents um 140 Prozent an. Bei weltweiter Betrachtung erhält das bestverdienendste Prozent der Weltbevölkerung mehr Einkommen als die ärmsten 57 Prozent. |