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Internationale Politische Ökonomie
Mit Beispielen aus Lateinamerika
Ao. Prof. Dr. Andreas Novy
Abteilung für Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsuniversität Wien
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2.4.3 Regulationstheorie

Die Regulationstheorie stellt eine modernisierte Weiterentwicklung kritischer politiökonomischer Theoriebildung dar. Sie entstand in den 1970er Jahren in Frankreich und erfuhr seither bedeutende Weiterentwicklungen. Bedeutende Vertreter sind Michel Aglietta und Robert Boyer. In der Regulationstheorie wird versucht, die jeweils historisch-geographischen spezifischen Funktionsweisen des Kapitalismus zu untersuchen. Akkumulation und Regulation stellen das zentrale Begriffsduo dieses theoretischen Zungangs dar.

Die Regulationstheorie untersucht, wie kapitalistische Entwicklung trotz ihrer Widersprüchlichkeit stabilisiert werden kann. Die Regulation von Entwicklung ist ein komplexer Prozess. Im Kapitalismus können soziale Beziehungen auf einer sozialen Eigenlogik aufbauen, warenförmig in Form von Kaufen und Verkaufen oder staatsförmig in Form von Bürgerrechten und –pflichten organisiert sein. Die Waren- und die Staatsform üben ständig Druck auf nicht- und vor-kapitalistische soziale Institutionen und Organisationen aus. Familiäre und dörfliche Strukturen lösen sich auf. Die Schwierigkeit, dauerhaft alternative soziale Netzwerke aufzubauen, zeigt die Mächtigkeit von Waren- und Staatsform. So sind die alternativen Lebens- und Wohnformen, die die 68er Bewegung propagierte mittlerweile zum Großteil wieder aufgegeben worden. Zum Modell der bürgerlichen Kleinfamilie ist kein alternatives Gegenmodell in Sicht, genau so wenig wie die Großfamilie ihrer Zersplitterung viel entgegensetzen kann. Das Lohnverhältnis, Wettbewerb, Geld und Natur gelten als grundlegende strukturelle Formen.

 down 2.4.3.1 Akkumulation
 down 2.4.3.2 Regulation
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