Kommodifizierung benennt den Prozess des Zur-Ware-Werdens von Dingen. Ein Bauernhof muss mehr produzieren als er für den Eigenbedarf benötigt, um seinen Überschuss zur Ware werden zu lassen. Getreide oder Vieh werden aber nur Waren, wenn es einen Markt gibt, auf dem sie gehandelt werden können. Märkte sind daher Institutionen, die soziales Handeln standardisieren. Wenn Überschüsse regelmäßig verkauft werden, stabilisieren sich Warenbeziehungen und Märkte. Die Märkte der beginnenden Neuzeit dienten dem Warenaustausch, sie waren aber gleichzeitig Mittelpunkt des sozialen Lebens und wurden von der politischen Obrigkeit streng überwacht.
Kommodifizierung bildet zusammen mit Unternehmisierung die Voraussetzung für die Ökonomisierung des Sozialen, die vom Sozialliberalismus durchgesetzt wird. |