Der Tauschwert drückt scheinbar die quantitative Beziehung zwischen Dingen, zwischen den Waren selber aus. Eine Kritik der politischen Ökonomie, wie sie Marx vornimmt, zeigt aber, dass in dieser vermeintlichen Verdinglichung gesellschaftlicher Beziehungen der Fetischcharakter der Ware im Kapitalismus verortet ist. Eine Tiefenanalyse zeigt nämlich, dass der Tauschwert die äußere Form der gesellschaftlichen Beziehung zwischen den Eigentümern der Waren ist, denn der Austausch von Waren ist ein Austausch der Produkte der Arbeit individueller Produzenten. (vgl. Sweezy 1970: 41f).
Im Kapitalismus sind die sozialen Beziehungen sind nicht durch Gebrauchswerte, sondern durch die Tauschwerte von Waren bestimmt, dem, was sie am Markt kosten. UnternehmerInnen beginnen zu produzieren, ohne sicher zu wissen, dass jemand das Produkt auch kauft. Sie zahlen heute Löhne in Geld, ohne sicher gehen zu können, dass Geld morgen noch das Gleiche wert ist. Wie soll dies nicht im Chaos enden?
Zum einen soll das Wirtschaften Gebrauchswerte schaffen, Bedürfnisse befriedigen und damit zum guten Leben beitragen, zum anderen soll es Tauschwerte schaffen, Gewinne sicherstellen und Akkumulation ermöglichen. Zum einen lässt der Kapitalismus den freien BürgerInnen Raum, eigen-sinnig ihr Leben zu gestalten. Die Menschen sollen ihre Persönlichkeit und ihren Willen entwickeln, initiativ werden und ihre Lebensumfeld gestalten. Zum anderen ist es erforderlich, dass sich die Aktivitäten der Wirtschaftssubjekte rechnen, muss sich Wert ständig wandeln, um sich zu vermehren. Daher müssen sich die Subjekte – freiwillig – so verhalten, wie es für die Reproduktion der Ordnung notwendig ist. |