Im Kapitalismus stehen KapitalistInnen als BesitzerInnen der Produktionsmittel den Nicht-BesitzerInnen, der Arbeiterschaft, gegenüber. Das Kapital schafft also wirtschaftliche Machthaber, die durch die Verfügung über Ressourcen Macht ausüben können. Die EigentümerInnen der Produktionsmittel entscheiden darüber, was produziert und wer eingestellt wird. Sie können durch ihre Investitionsentscheidungen den Gang der gesellschaftlichen Entwicklung zu einem guten Teil festlegen. Die Palette dessen, was sie konsumieren können, ist ebenfalls größer als die der Nicht-Besitzenden.
In der marxistischen Tradition unterscheidet man zwischen produktivem und fiktivem Kapital. Ersteres bezeichnet Maschinen, etc. während zweiteres (kapitalisierte) Anrechte auf zukünftige Gewinne darstellt. Ein typisches Beispiel für fiktives Kapital sind etwa Aktien. Der Prozess der Akkumulation kann real erfolgen (durch Aufbau von materiellen produktiven Kapazitäten) oder fiktiv (durch Wertsteigerung von Finanzkapital). Fiktive Akkumulation gewinnt häufig dann an Dynamik, wenn die Profitabilität im Bereich des produktiven Kapitals gering ist. Vielfach können dann "Spekulationsblasen" entstehen die in einer krisenhaften Entwertung des fiktiven Kapitals münden. Denn fiktive und produktive Akkumulation sind mittelbar verbunden. In der postkeynesianischen Tradition wird produktives Kapital als Realkapital und fiktives Kapital als Finanzkapital bezeichnet. |