Transdisziplinarität strebt die Entwicklung einer Metasprache an, die von allen Disziplinen verstanden wird. Eine derartige Metasprache durchzusetzen ist aber aufgrund der Vielfalt und Spezialisierung der Disziplinen äußerst schwierig. Es ist auch aufgrund der Kopplung von Wissen und Macht nicht wünschenswert, denn die Gefahr eines autoritären Newspeak wäre sehr groß.
Es ist ein tastender Versuch, eine gemeinsame Sprache zu erarbeiten. Transdisziplinarität ist demnach die Zielsetzung einer demokratischen Wissenschaft, die den Dialog zwischen Andersdenkenden organisiert. Unterschiede werden respektiert, aber es wird gleichzeitig versucht, zu Übereinkünften zu kommen. Der Dialog zwischen verschiedenen Disziplinen, Theorien und Diskursen bildet also die Grundlage transdisziplinären Forschens. Sie ermöglicht die Integration verschiedener Ansätze, indem Forschen als ein Prozess des Interpretierens verstanden wird, bei dem verschiedene disziplinäre Zugänge integriert werden.
Bedeutsame Aspekte der internationalen politischen Ökonomie, wie Modernisierung, Migration, Gender oder Macht, sind keiner Disziplin zuordenbar. Daher sind ökonomische Probleme im Rahmen der Ökonomie nicht ausreichend erklärbar, genausowenig wie PolitologInnen ein Erklärungsmonopol für politische Fragen besitzen oder SoziologInnen für gesellschaftliche Probleme.
Geleitet wird transdisziplinäres Forschen von einer praktischen Rationalität (phronesis), der es um die Lösung konkret anstehender praktischer Probleme geht. |