In „Was ist Aufklärung?“ beschreibt Immanuel Kant den emanzipatorischen Anspruch der Aufklärung folgendermaßen: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“.
Das mythische und auf Gewohnheit und Tradition basierende Weltbild soll durch eine vernünftige, durch Menschen rational geplante Ordnung ersetzt werden. Der Wissenschaft kommt hierbei die Aufgabe zu, die Gesetzmäßigkeiten der Welt zu erforschen, um Natur und Gesellschaft beherrschbar zu machen. Forschen heißt entdecken. Das bürgerliche Bildungsideal erzieht Menschen dazu, sich selbständig ein Urteil bilden zu können. Mündige Individuen sollen die Gesellschaft nach rationalen Gesichtspunkten gestalten.
Der Positivismus entstand im 19. Jahrhundert und basiert auf den Idealen der Aufklärung. |