Kapitalismus als Totalität zu beschreiben hilft zu verstehen, warum und wie in kapitalistischen Gesellschaften trotz allem Ordnung möglich ist. Es erklärt, warum es trotz der Vielzahl an Menschen, der Vielzahl an Beziehungen und der Komplexität der Verbindung von Leben und Arbeiten geordnete Gemeinwesen gibt. Es macht verständlich, warum Einzelne ein geregeltes Alltagsleben mit all ihren Routinen führen können, obwohl so viele andere Menschen zu diesem Leben einen Beitrag leisten. Vom Frühstück, über den Transport zur Arbeit, zur Organisierung der Kinderbetreuung und der abendlichen Freizeit, immer tritt die Einzelperson in Interaktion mit einer Vielzahl Anderer. Es ist verwunderlich, dass Konsum und Produktion so gut aufeinander abgestimmt sind, dass das Wirtschaften von Milliarden Menschen, die miteinander durch eine Weltwirtschaft verbunden sind, so oft so reibungslos funktioniert. |