Die politische Macht des Staates und die wirtschaftliche Macht des Kapitals brauchen einander, auch wenn sie den jeweils anderen gelegentlich als Störfaktor empfinden.
Als Klasse hat das Kapital ein einheitliches Interesse, weniger Löhne und Steuern zu bezahlen, aber UnternehmerInnen sind immer auch KonkurrentInnen. Es obliegt der politischen Macht, diesen Wettbewerb zu regeln, indem der Staat Eigentum sichert und Wettbewerb ermöglicht. Damit beschränkt er aber immer auch die Akkumulationsmöglichkeiten der einzelnen KapitalistInnen, in deren individueller Wahrnehmung der Staat oftmals einzig als Hemmnis erscheinen mag, das der eigenen unternehmerischen Kraft künstliche Grenzen setzt. Der Liberalismus betont diese Sichtweise.
Staat und Kapital bilden eine Einheit und schaffen einen Teil der Institutionen, wie das Recht und Interessenverbände, in die eine Marktwirtschaft eingebettet ist. Der Kapitalismus ist eine Gesellschaftsordnung, die nicht nur den Feudalismus ablöste, sondern sich als neue Schicht über alte Grundstrukturen legte.
Frühere Ordnungen waren anders. Es lohnt sich soziale Eigenlogiken anderer Gesellschaften zu verstehen, nicht zuletzt, weil sie an der Peripherie und auch bei uns heute noch fortbestehen. |