Die politische Ökonomie analysiert kapitalistische Gesellschaften und versucht, ihre Strukturen offenzulegen. Kapitalistische Gesellschaften bilden eine Totalität, eine Einheit, die aber nicht einfach auf dem harmonischen Zusammenspiel ihrer Teile basiert. Es gibt nicht nur automatische Selbststeuerung, sondern neben der unsichtbaren Hand gibt es die öffentliche Hand und andere sichtbare Akteure. Es gibt massive Interessengegensätze und Konflikte, die regelmäßig zu gesellschaftlichen Auseinandersetzungen führen. Daher sind kapitalistische Gesellschaften konfliktträchtige Gesellschaften: Verteilungskämpfe zwischen Arbeit und Kapital, zwischen Nord und Süd begleiten ihre Geschichte.
Der Kapitalismus, der die Gesellschaft in Besitzende und Nicht-Besitzende teilt, ist eine ungerechte Ordnung, was ihn aber noch nicht von früheren Gesellschaftsordnungen unterscheidet, denn es gelang noch in keiner Gesellschaft, Herrschaft abzuschaffen. Früher wurde Herrschaft zumeist politisch oder religiös begründet, erfolgte aber auch durch Tausch und Raub. All dies findet sich auch in kapitalistischen Gesellschaften, ohne ihren Kern zu treffen. |