Das Planungsdispositiv (Entwicklungsdispositiv in Novy 2002) ist eine Verknüpfung von Entwicklungs- und Planungsdiskurs mit dem Positivismus, der in einer bestimmten Phase der Entwicklung in allen gesellschaftlichen Bereichen bestimmend wird.
Das Planungsdispositiv organisierte die Phase stabiler Nachkriegsentwicklung (1945 - 1970). Über Jahrzehnte hinweg galt die Planung von Wirtschaft und Gesellschaft als unersetzbare Ergänzung kapitalistischer Marktwirtschaften; erst in der Kombination von staatlicher Planung und Marktwirtschaft könne der Idealzustand von Entwicklung erreicht werden. Der Sozialismus wiederum gewann einen Großteil seiner Attraktivität aus dem Umstand, gegen die bestehende Un-Ordnung zu sein. Kolonialismus, Imperialismus und Unterentwicklung waren für die KritikerInnen engstens mit den Herrschenden in Politik und Wirtschaft verbunden. Für die Peripherie schien dabei wenig abzufallen. Der Kommunismus als Reich der Freiheit war eine Utopie, der Endzustand einer Welt, die vom Kapitalismus befreit ist.
In der Nachkriegszeit kam es in den meisten Ländern, weitgehend unabhängig von der ideologischen Ausrichtung der Regierungen, zur Schaffung von Planungsbehörden, die sich vor allem um die nationale industrielle Entwicklung kümmerten. Die ideologischen Unterschiede bestanden in der organisatorischen Ausgestaltung, in den Befugnissen, die sie zugesprochen bekam, und Regeln, denen diese Behörde unterworfen war. Diese legte Preise fest, beeinflusste die Arbeitsorganisation und bestimmte Zölle und Importquoten. Der Inhalt von Entwicklung bestand aber für alle darin aufzuholen, um so zu werden wie die an der Spitze der Weltpyramide.
Das Planungsdispositiv weist ein Naheverhältnis zum Fordismus und zur nationalstaatszentrierten Entwicklungsweise auf. |