Die Politische Ökonomie ist eine Gesellschaftswissenschaft, die eine sozialwissenschaftliche Analyse des Kapitalismus vornimmt, indem sie die Machtfelder von Politik und Ökonomie integriert betrachtet.
Politik und Ökonomie sind verwoben und nicht trennbar. Deshalb muss die Wirtschaftswissenschaft diese Themenfelder zusammen untersuchen. Die politische Ökonomie ist gleichsam ein vor-disziplinärer Zugang und bildet den Ursprung der Wirtschaftswissenschaften. Die klassische politische Ökonomie von Adam Smith bis David Ricardo und John Stuart Mill verstand sich als ein Zugang zur Ökonomie, der diese integriert mit politischen Entwicklungen untersuchte. Die klassische politische Ökonomie erarbeitete eine integrierte Analyse von Ökonomie und Politik. Dabei stützte sich die Klassik auf den Liberalismus, der bis heute der bestimmende Diskurs in Politik und Ökonomie werden sollte.
Die Klassik wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Neoklassik als dominante ökonomische Theorie beerbt. Diese versteht sich ausdrücklich als reine Ökonomie, die die ökonomische von der politischen Analyse trennt. Seit damals wurde die politische Ökonomie wissenschaftlich zusehends marginalisiert.
1867 veröffentlichte Karl Marx "Das Kapital", das er als eine Kritik der Politischen Ökonomie verstand. Die Anliegen der klassischen politischen Ökonomie leben im Rahmen der marxistischen Theorietradition weiter. Die marxistische politische Ökonomie versteht die gegenwärtig vorherrschende Gesellschaftsordnung als Kapitalismus. Dieser stellt eine widersprüchliche Ordnung dar, in deren dynamischer Entfaltung auf Phasen der Stabilität immer Krisen folgen müssen. Politökonomische Prozesse sind vielschichtige Phänomene und erfordern eine interdisziplinäre Analyse. |