Strukturtheorien machen Unsichtbares sichtbar, indem verborgene Ordnungen und Zusammenhänge aufgezeigt werden.
Jedoch wird tendenziell die Dialektik von Struktur und Handlung zugunsten der Struktur und des Zwanges aufgehoben. Handlungsspielräume werden unterschätzt. Strukturen als verfestigte Handlungsformen erscheinen leicht als objektiv und unveränderbar. Sie entstanden jedoch durch menschliches Handeln und sind durch menschliches Handeln gestaltbar. Die Strukturen der Zukunft sind das Ergebnis heutiger sozialer Kämpfe und Auseinandersetzungen.
Das Kapital als soziales Verhältnis begründet eine Struktur, genauso wie Familien und Organisationen Strukturen bilden.
Besonders dauerhafte Strukturen werden als Tiefenstrukturen bezeichnet. Dazu zählt in Brasilien das Erbe der Sklavenhaltergesellschaft und in Österreich das Erbe von Gegenreformation und Josephinismus.
(Vgl. Sayer 1984: 84) |