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Das Arbeiten mit aus Naturmaterialien hergestellten Gerätschaften kommt nur mehr bei isoliert und traditionell lebenden Tarahumara vor. Die alten Techniken werden aber oft zur Herstellung kunsthandwerklicher Gegenstände angewandt.
Als Ausgangsmaterial für das Flechten schneidet frau verschiedene Yucca-Arten und verarbeitet sie zu festen Körben, Matten und Aufbewahrungsbehälter für Mais, Bohnen, tortillas, etc.
Kleine Behältnisse werden aus grünen Pinien-Nadeln geflochten. Ihr handliches Format macht sie zu einem idealen Souvenir-Artikel für TouristInnen.
Eine kostenlose Mitfahrgelegenheit zu den (touristischen) Zentren reduziert die Produktionskosten der Souvenirartikel. Das ist wichtig, da der Verkauf an mestizische HändlerInnen meist ohnehin nur geringen Ertrag bringt, gemessen am Profit, den sich dieselben beim Vertrieb an TouristInnen sichern.
Tarahumara Strassenhändlerinnen umgehen den mestizischen Zwischenhandel. Sie verkaufen ihre kunsthandwerklichen Produkte direkt an die TouristInnen.
Kórima - heisst die Tradition von Essensgaben. Es meint das Speiseopfer an die Gottheit, Verpflichtung zur Hilfeleistung, sowie Essenseinladungen an Besucher und Lebensmittelspenden für bedürftige Nächste.
Andar kórimando wird das Betteln der Tarahumara in der Stadt genannt. Reziprozitätshandlungen bestimmen das Tarahumara-Sozialgeschehen und ordnen die Beziehungen zu und mit den Anderen.
Manche Tarahumara sind dem mestizischen und nationalstaatlichen Assimilationsdruck nicht gewachsen und glauben die Werte der eigenen Kultur ablehnen zu müssen.
Es gibt aber eine ebenso grosse Anzahl junger Leute, deren Strategie im interethnischen Kontakt lautet: So wenig Kulturtransfer wie möglich - so viel wie notwendig (Schriek/Schmuhl 1997:194).
Selbstbewusst plädieren sie für eine Rückbesinnung auf ihre indigene Herkunft und verteidigen ihr Recht auf Eigenständigkeit.
Die Chihuahua al Pacifico-Eisenbahnstrecke zwischen Topolobampo am Pazifik und Chihuahua gehört zum touristischen 'Muß'. Vor dem Ausbau der Straßenverbindung Chihuahua - Creel stellte sie die einzige Möglichkeit dar, Menschen und Güter schnell und in größeren Mengen über den mächtigen Gebirgszug der Sierra Madre Occidental zu befördern.
In Divisadero, einem spektakulären Aussichtspunkt, hält der Zug. Am Bahnsteig direkt neben den Geleisen lagern die Tarahumara-Händlerinnen und ihre Kinder. Während sie versuchen die selbstgefertigten Souvenir-Artikel abzusetzen, sind sie für die TouristInnen primär malerische (Foto-)Motive.
Während der langen Pausen zwischen den Zugsankünften produzieren die Frauen ihre Artefakte: Flecht- und Webwaren. Die Männer halten sich im Hintergrund bei den geparkten pick-up-trucks auf.
Die Herstellung der gewebten fajas ist aufwendig und erfordert große handwerkliche Geschicklichkeit. Die unterschiedlichen Gürtel-Muster geben auch Aufschluß über die regionale Zugehörigkeit seiner/ihrer TrägerInnen.
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