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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 4 Klimatologie, oder: Klimatische Grundstrukturen und -prozesse in Lateinamerika
 up 4.2 Dynamische Klimatologie - Grundzüge der atmosphärischen Zirkulation in Lateinamerika

4.2.7 Das Klima mittelamerikanischen Landbrücke im Überblick

Oft wird das festländische Zentralamerika in zwei Klimaregionen unterteilt, einem atlantischen und einen pazifischen Bereich. Zum Karibischen Meer hin bestimmen die ansteigenden Passate das Geschehen, die sich an den Gebirgsketten stauen. Große Feuchtigkeit und hohe Temperaturen ließen tropische Regenwälder entstehen, die mit zunehmender Höhe in feuchte Bergwälder übergehen. Die Hochländer Zentralamerikas sind mit zunehmender Entfernung von der atlantischen Seite trockener. Generell bleibt aber der dem Atlantik zugewandte Teil ständig feucht, eine ausgeprägte Trockenperiode ist hier nicht zu beobachten (Af), während je weiter nördlich man kommt, die Sommerniederschläge immer mehr dominieren.

Das atlantische Mittelamerika wird vom warmen Meereswasser der Karibik umspült. Der Nordostpassat trägt die Feuchtigkeit bis weit in das Landesinnere. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, die Temperaturen zeigen nur geringe jahreszeitliche Schwankungen und die Niederschläge fallen in Form von Starkregen. Eine längere Trockenperiode bleibt durch Wärmegewitter im Sommer und Kaltlufteinbrüchen aus dem Norden sowie passatische Steigungsregen aus, im Unterschied zu anderen Bereichen der äußeren Tropen, die meist eine Trockenphase beinhalten. Dazu kommt, dass Zentralamerika im Frühsommer und Frühherbst durch das nördliche Ausufern der Innertropischen Konvergenz (ITC) durch starken Zenitalregen zusätzlich Feuchtigkeit erhält. Es können bis zu 4000 mm, in manchen Gebieten sogar bis zu 5000 mm, Niederschlag fallen.

Das pazifische Mittelamerika ist etwas trockener als der dem Atlantik zugewandte Teil (nach Köppen: Aw). Feuchtigkeit bringt vor allem ein westlicher Luftstrom, der seine Feuchtigkeit an der Luv-Seite der Gebirge abgibt. Das Innere des Festlandes ist trockener. Der an der atlantischen Seite regenbringende Nordostpassat wandelt sich an der pazifischen Seite zu einem trockenem Fallwind, sodass während der Passat weht, an der Pazifikikküste trockene Bedingungen herrschen. Die pazifische Küste empfängt etwa 1000 mm Niederschlag. Dort, wo die Halbinseln von Nicoya und Azuero den Südwestwinden ausgesetzt sind, fallen natürlich größere Regenmengen. Wegen der ungünstigen Klimabedingungen an der tropisch-feuchten Ostküste liegen die größeren Siedlungen Zentralamerikas meist im kühleren und trockeneren Hochland, wo zwischen 600 und 700 mm Niederschlag fallen.

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