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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 4 Klimatologie, oder: Klimatische Grundstrukturen und -prozesse in Lateinamerika
 up 4.2 Dynamische Klimatologie - Grundzüge der atmosphärischen Zirkulation in Lateinamerika

4.2.6 Das Klima Mexikos im Überblick

Das Klima Mexikos ist großenteils durch den subtropischen Trockengürtel, der den nördlichen Teil und die Provinz Baja California einnimmt gekennzeichnet. Nach der Köppenschen Klimaklassifikation entsprechen diese Bereiche den Klimaten BSh, bzw. BWh. Der Süden wird dagegen den Tropen zugeordnet. Die Küstenbereiche gehören jeweils zu den wechselfeuchten Tropen (nach Köppen: Aw), nur die südlichen karibischen Küste des Landes, sowie Teile der Halbinsel Yucatans im Übergang zu Guatemala sind bereits immerfeucht-tropisch (Af-Klima) . Eine weitere klimatische Abfolge kann man auch, wie innerhalb der gesamten Kordillere Lateinamerikas, zwischen den Tiefländern und den Höhenregionen, den Küstengebieten und den in den Sierren eingeschlossenen Plateaubereichen verfolgen. Hier ist vor allem anhand der Vegetation die klimatische Vertikalgliederung deutlich zu erkennen.

Das Jahresmittel der Temperatur von Mexiko-City beträgt 15,4°C. Die Unterschiede zwischen wärmsten und kältesten Monat sind im allgemeinen als gering einzustufen, jedoch gibt es im Detail wesentliche Unterschiede. Die Schwankungen sind im Süden und an der Küste generell niedriger als im Norden und den im Inneren des Landes gelegenen Plateauflächen. Salina Cruz, im Süden an der Westküste gelegen, hat eine Schwankung von nur 3,4°C, während Chihuahua im inneren des Landes eine Schwankung des wärmsten und des kältesten Monats von 17°C aufzuweisen hat.

Die Niederschlagsverteilung zeigt ebenfalls große Unterschiede. Während das Hochland, vor allem in seinem östlichen Teil und im Bereich der Sonora-Wüste extremer Trockenheit ausgesetzt ist, fallen im Süden an der Küste zum Golf von Mexiko reichlich Niederschläge, bis weit über 2800 mm im Jahr.

Verantwortlich für die klimatischen Verhältnisse ist der Austausch der Luftmassen zwischen dem nordatlantischen und nordpazifischen Hochdruckgebiet und der äquatorialen Tiefdruckrinne. Nordmexiko, und vor allem Nordwestmexiko, werden vom subtropischen pazifischen Hochdruckgebiet beeinflusst. Die absteigende Luftbewegung bei gleichzeitiger starker Erwärmung führt zu extremer Trockenheit in Baja California, in der Provinz Sonora und im Bolsón von Mapimi. Nur vereinzelte Starkregen bringen – im Moment zwar viel, im Jahresmittel aber nur wenig - Feuchtigkeit. Der äußerste Nordwesten der Halbinsel Baja California steht noch unter dem Einfluss des sommertrockenen-winterfeuchten Mittelmeerklimas Kaliforniens. Nur der südlichste Zipfel der Halbinsel bei La Paz erhält durch den Ausläufer der tropischen Zirkulation etwas mehr Feuchtigkeit als der sonst wüstenhafte Rest des Nordwestens. Der Nordosten empfängt etwas mehr Niederschlag. Grund dafür sind die von Norden herbeiströmenden kalten und feuchten Luftmassen, die in den Wintermonaten Niederschläge mit sich führen.

Der Süden Mexikos steht unter dem Einfluss der tropischen Zirkulation und erfreut sich vor allem in der Zeit von Mai bis Oktober, also im Nordsommer, starker Niederschläge. An der Golfküste bringen die hier auslaufenden und daher regenbringenden Passatwinde verhältnismäßig hohe Niederschläge.

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