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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 4 Klimatologie, oder: Klimatische Grundstrukturen und -prozesse in Lateinamerika
 up 4.2 Dynamische Klimatologie - Grundzüge der atmosphärischen Zirkulation in Lateinamerika

4.2.5 Die Westwindzone der gemäßigten Breiten

Die Westwindzone Südamerikas reicht im Sommer von 40° südl. Br., im Winter von 32° südl. Br. bis nach Feuerland. Die Anden teilen das südliche Südamerika in zwei vollkommen unterschiedliche Klimazonen:

Das chilenische Westpatagonien liegt im Luv der Westströmung. Die Anden bilden für die Feuchtigkeit der pazifischen Luftmassen eine markante Hürde, sodass der gesamte Bereich westlich des Gebirges ganzjährig hohe Niederschlagssummen erreicht. Geringe Sonnenscheindauer und durch den ozeanischen Einfluss geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen kennzeichnen das Klima Südchiles. Nach Köppen vollzieht sich hier von den subtropischen Csb-Klimaten zu den immerfeuchten, kühlen Cfb-Klimaten.

Das argentinische Ostpatagonien hingegen liegt zwar in Lee der Anden, dennoch wehen dort ständig stürmische Westwinde, nur tragen diese Winde keine Feuchtigkeit mehr. Ostpatagonien ist sogar eines der windreichsten Gebiete der Erde. Da diese aber trocken sind, und zudem den Boden auch noch weiter austrocknen, breitet sich hier ein Trockengebiet ohne markante jahreszeitlich gebundene Feuchtphase aus in dem im Jahr kaum mehr als 100 mm Niederschlag gemessen werden. Erst ganz im Süden sind bis knapp über 200 mm möglich. Das Wasser zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Nutzflächen kommt aus Fremdlingsflüssen, die das Wasser aus den regenreicheren Anden nach Osten bringen.

Ostpatagonien

Am Ostandenrand sind auch die größten Unterschiede der mittleren Monatstemperaturen zu beobachten: 16°C beträgt der Unterschied zwischen kältesten und wärmsten Monatsmittel. Doch gleicht der ozeanische Einfluss an den Küstenbreichen die Unterschiede etwas aus. Auf den Falkland Inseln liegen die Monatsmittel des kältesten und wärmsten Monat bei 2,6°C und 9,6°C. Daher ist das gesamte Ostpatagonien entweder BWk oder BSk-Klimaten, also dem Bereich kalter Wüsten und Steppen, zuzuordnen.

Infolge der fehlenden Landmasse und des zirkumantarktischen kalten Meeresstroms kommt hier die Westwinddrift extrem zu Geltung. In den südlichsten Bereichen Südamerikas, sowie in den Höhenbereichen der Anden kann man von subarktischen Bedingungen sprechen. Nur so konnten sich bis heute die riesigen Eismassen der beiden patagonischen Eisschilde erhalten. Der südlichsten Inseln Südamerikas und die Hauptinsel des Falkland Archipels wird von Köppen bereits dem Klimatyp E zugerechnet.

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