Logo
Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.2 Regionale (Struktur-)Geomorphologie
 up 2.2.2 Formenschatz des Hochgebirges
 up 2.2.2.3 Hohlformen

2.2.2.3.1 Intramontane Becken

Die Gebirgsketten sind durch teilweise sehr tiefe Täler und Schluchten von einander getrennt. Meistens tektonischen Ursprungs, waren sie in den höchsten Lagen im Pleistozän Abflussbahnen der Gletscher, die inzwischen fluviatil überformt wurden. In den tropischen Anden zerschneiden unzählige Schluchten die Gebirgshänge, darunter u.a. der tiefste Canyon der Welt, der Cañon de Colca bei Chivay in den peruanischen Anden.

In den Südlichen Anden ist das zentralchilenische Längstal eine tektonisch angelegte Talung, die im Süden bereits in den Kanälen ab etwa 47°südl. Breite beginnt. Zwischen 33° und 27° fehlt dagegen die deutliche morphologische Depression zwischen Küsten- und Hochkordillere. Erst ab Copaipó kommt es bis zur Andenbiegung bei Arica zu einer markanten Senke, die zum Teil durch deutliche Störungen begrenzt ist und deren zentraler Teil als Pampa del Tamarugal bezeichnet wird. Auch diese Senke ist tektonisch angelegt und bis in große Tiefen zu verfolgen. Intramontane Tiefenzonen trennen auch die Gebirgsketten der Zentralkordillere. So trennt eine durchgehende Depression mit zahlreichen Salaren (Salar de Atacama) in Höhen zwischen 2500 und 3500 m die Präkordillere von der Hochkordillere. Sie stellt vermutlich ein abgesunkenes Krustenstück dar.

Markante Depressionen teilen die Gebirgsketten der Nordanden. In Peru verläuft das breite Tal des Río Marañon zwischen Westkordillere und Zentralkordillere. In Ecuador liegt auf einer Höhe von 2500 bis 3000 m, umgeben von Westkordillere und Ostkordillere, die grabenartige Senke von Quito. Sie ist von mächtigen pyroklastischen Sedimenten erfüllt, im Wechsel mit glazio-vulkanischen Ablagerungen der Lahare, mächtigen Schlammströmen aus glazialen Sedimenten und vulkansicher Asche. Entlang dieser Tiefenzone bauen sich riesige Vulkanbauten auf.

In Kolumbien unterteilen die imposanten, als tektonische Gräben gebildeten Täler des Cauca und des Magdalena die einzelnen Gebirgsketten. Mächtige Sedimentpakete füllen die Täler zum Teil wieder auf, die dementsprechend durch gewaltige (Schotter-)Terrassen charakterisiert werden. Dass auch heute noch die Akkumulation der mitgeführten Sedimentfracht gewaltig ist, wird jeder, der – auf den Spuren Humboldts oder García Marquez`einmal auf dem Río Magdalena unterwegs war, bestätigen können. Wer dieses Glück noch nicht hatte, findet in dem großartigen Roman über die Liebe in den Zeiten der Cholera sehr farbige Schilderungen.

none

Die Gliederung in Gebirgsketten und intramontane Becken ist in Mittelamerika nicht so ausgeprägt wie in Südamerika, zumindest fehlen die großen Dimensionen. Die hohen Niederschlagsmengen und der daraus bedingte Abfluss zerschneiden allerdings die Gebirgshänge stark und durchsetzten sie mit zahlreichen kleinen Tälern und Schluchten. Die markanteste Störung ist das Tal des Río Balsas: es trennt geologisch Mexiko vom restlichen Mittel- bzw. Zentralamerika.

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"