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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.2 Regionale (Struktur-)Geomorphologie
 up 2.2.2 Formenschatz des Hochgebirges
 up 2.2.2.2 Flächensysteme

2.2.2.2.4 Terrassen

Terrassen sind Verebnungen in einem Hang, nach oben und unten durch steilere Böschungen begrenzt. Flussterrassen sind Reste ehemaliger Talböden, die nach neuerlicher Eintiefung des Tals zurückblieben. Flussterrassen begleiten das Gewässer nicht im gesamten Verlauf begleiten. Wichtig vielmehr ist, dass sie im Tallängsprofil an mehreren Stellen in gleicher Höhe über dem Talboden und in vergleichbarer Ablagerung vorkommen. Die Ursachen liegen in Bewegungen der Kruste, eustatischen Veränderungen des Meeresspiegels, Klimaschwankungen und Flussanzapfungen. Sie entstehen immer dann, wenn das Verhältnis zwischen Akkumulation und Erosion gestört wird.

Besonders in den tektonisch aktiven Bereichen Lateinamerikas sind tektonische Bewegungen, etwa lang anhaltende Hebungsphasen die Ursache der Terrassenbildung. In diesem Falle bilden sich Terrassen auf dem Krustenstück, das gehoben wurde, da hier der Fluss zur Eintiefung gezwungen wird, um wieder das Niveau seines Vorfluters zu erreichen. Tektonisch bedingte Terrassen sind in allen tektonisch beeinflussten Gebieten Lateinamerikas, besonders daher in den Anden und Kordilleren, verbreitet.

Eustatische Meeresspiegelschwankungen wirken sich direkt auf das Erosionsverhalten der Flüsse aus. Fällt der Meeresspiegel, kommt es von der Küste landeinwärts zu rückschreitender Tiefenerosion. Pausen bieten durch verstärkte Seitenerosion Gelegenheit zur Talsohlenerweiterung. Steigt der Meeresspiegels, schüttet der Fluss Sedimente auf. Diese Terrassen findet man besonders in de küstennahen Bereichen Lateinamerikas..

Im Inneren des Kontinentes sind vielmehr Krustenbewegungen und Klimaschwankungen die ausschlaggebenden Faktoren der Terrassenbildung.

Die Einflüsse von Klimaschwankungen betreffen vor allem die Wasserführung der Flüsse. Variiert der Abfluss, die Korngrößenzusammensetzung und die Menge der mitgeführten Flussfracht, verändert sich auch die morphologische Wirksamkeit.

Innerhalb der Anden sowie in den Andenvorländern bildeten sich in den Eiszeiten große Schotterebenen, in die sich in wärmeren Perioden (Zwischeneiszeiten) die Flüsse einschnitten. Das von den Gletschern erodierte Material wurde von den Flüssen in den Schotterebenen wieder abgelagert. Dort war die Flusskraft infolge des geringen Gefälles zu gering, um das mitgeführte Material weiter zu transportieren. In Warmzeiten gingen die Gletscher weit zurück, ein Großteil des Lockermaterials der Moränen war mit Vegetation bedeckt, und war vor Erosion geschützt. Wegen der zurückschmelzenden Gletscher hatten die Flüsse mehr Wasser und somit mehr Kraft, also schnitten sich die Flüsse in die Schotterkörper ein.

Zahlreiche Terrassen sind daher klimatisch bedingt, da viele Flüsse mit rezent oder ehemals vergletscherten Gebieten in Verbindung stehen. Den Río Mendoza etwa begleiten auf seinem Weg aus den Anden idealtypisch deutlich ausgebildete Terrassen.

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