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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.2 Regionale (Struktur-)Geomorphologie
 up 2.2.2 Formenschatz des Hochgebirges
 up 2.2.2.2 Flächensysteme

2.2.2.2.3 Gebirgsfußflächen

Gebirgsfußflächen begleiten besonders in seimariden und ariden Klimabereichen Lateinamerikas die Gebirge. Gebirgsfußflächen begrenzen scharfrandig ein höheres Gebirgsrückland und leiten unter allmählicher Abflachung in eine beckenartige Fußregion über. Man unterscheidet zwischen einem oberen schuttfreien, oder nur von einem dünnen Schuttschleier bedeckten Pediment und einem unteren, aus einem z.T. mächtigen Schotterkörper aufgebauten Glacis, das häufig in eine Salztonebene übergehen kann. Das Material wird vom Gebirgsrand bis in die Tiefenzone immer feiner, die Neigung immer geringer. Idealtypisch und besonders eindrucksvoll sind Gebirgsfußflächen in den Pampinen Sierren in Argentinien ausgebildet und bilden quasi Scharnierzonen zwischen Hebungs- und Senkungsfeldern. Sie setzten gleichsam einer riesigen schiefen Ebene auf etwa 1500 - 2000m Seehöhe am Gebirgsrand an und führen in mehr oder weniger gleichmäßigen Gefälle bis auf 500 – 700 m hinab in die Tiefenzonen der Bolsones oder Valles.

Gebirgsfußfläche in der nordchilenischen Atacama

Gewöhnlich bilden Glacisflächen das Mittelstück zwischen höherem Pediment und tiefer gelegenen Salztonebenen oder gebirgsparalleler Talung, in denen die gesamte Formenreihung ausklingt. Bei fehlender echter Kappungsfläche des anstehenden Gesteins, den Pedimenten also, können Glacis bis an den Gebirgsrand reichen

Fußflächenbildung ist an semiaride und aride Klimabedingungen gebunden. Bei fehlender geschlossener Vegetationsdecke und periodisch-episodischen und gleichzeitig heftigen Niederschlägen, wie es für aride Gebiete typisch ist, kommt es Flächenspülung und somit zu (flächenhafter Abtragung) und flächenhafter Akkumulation. Die Gesteinsbeschaffenheit ist zur Ausbildung von Gebirgsfußflächen eher sekundär. Die Flächen können in semiariden Gebieten im Bereich größerer Abflussrinnen durchaus zerschnitten und durch ein Netz von kleineren Gerinnen geprägt sein.

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