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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.3 Regionale Geologie
 up 1.3.2 Geologischer Aufbau Mittelamerikas
 up 1.3.2.3 Westindien

1.3.2.3.2 Die Kleinen Antillen

Die Kleinen Antillen sind, mit Ausnahme der Jungferninseln und der weit in den Atlantik vorgebauten Barbados aus Korallenkalken und jungen Sedimenten, vulkanischen Ursprungs aufgebaut. Sechs aktive und elf erloschene Vulkane tragen die Inseln, von denen der Mt. Pelé (1297 m) in der Montagne Pelée von Martinique durch seinen verheerenden Ausbruch 1902 wohl der bekannteste ist. Teilweise ragen die auf untermeerischen Platten aufsitzenden Kuppen der Vulkankegel über dem Meeresspiegel auf und bilden dann die Inseln. Der höchste Gipfel erreicht mit dem Vulkan Sufrière auf Guadeloupe immerhin 1467 m.

Als Inseln über dem Winde wenden sie sich von der Höhe Puerto Ricos aus nach Süden bis Trinidad und Tobago, als Inseln unter dem Winde sind sie der venezolanischen Küste vorgelagert.

Die Inseln über dem Winde bilden einen 800 km langen nach Südosten vorgewölbten Bogen zum Festland Südamerikas. Ihre Entstehung geht auf tektonische Vorgänge an der Plattengrenze zwischen karibischer und amerikanischen Platte zurück.

Die Insel Barbados ist weit nach Osten in den Atlantik vorgebaut. Sie ist nicht vulkanischer Entstehung und daher geologisch ganz anders aufgebaut. Der Untergrund wird hauptsächlich aus Sedimenten gebildet. Durch junge Hebungstendenzen wurden Korallenriffe quasi als Strandterrassen auf eine Höhe von etwa 400 m gehoben. Der Großteil der Insel wird von ihnen eingenommen. Die Entwässerung der Insel erfolgt daher unterirdisch.

Trinidad und Tobago sind die südlichsten der Inseln unter dem Winde, in Sichtweite der venezolansichen Küste und sind von ihr nur durch die schmale Seestraße des „Boca de Serpiente“ und „Boca de Dragon“ getrennt. Erst durch nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg wurde die Schwelle überflutet. Bau und Gesteine entsprechen der venezolanischen Küstenkordillere. Von scharfen Bruchstrukturen sind die W-O-streichenden nördlichen Gebirgsstrukturen aus jurassich-kretazischen Sedimenten begrenzt. Auf Trinidad erreicht die tief zertalte und wasserfallreiche Northern Range mit dem Cerro Aripo immerhin 940 m. Die übrigen kleinen Gebirgszüge sind wesentlich niedriger, die von ausgedehnten Sumpflandschaften umgeben werden. Tertiäre Tektonik falteten den Untergrund. Der übrige Teil der Inseln besteht aus tertiären Sedimenten, der Vulkanismus spielt keine Rolle. Die Inseln sind reich an Erdöl- und Erdgasvorkommen, auch Naturasphalt wird gewonnen. Durch Asphaltquellen entstand der berühmte Pechsee.

Die „Inseln unter dem Winde“ sind eng an das südamerikanische Festland gebunden. Die Inseln sind niedrig und tragen eine flachwellige Landschaft. Die meist kristallinen Kerne der Inseln werden meist von Korallenriffen umsäumt. Der wirtschaftliche Wert dieser sonst eher kargen Inseln liegt in der Erdölförderung und –produktion.

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