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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.1 Allgemeine Geomorphologie
 up 2.1.1 Reliefbildende Prozesse
 up 2.1.1.7 Marine und limnische Prozesse

2.1.1.7.4 Gezeiten

Gezeiten sind periodische Wasserstandsschwankungen des Meeres in halb- oder eintägigen Rhythmus. Das Steigen und Fallen des Wassers von einem Tiefstand zum nächsten nennt man Tide. Der höchste Wasserstand einer Tide ist das Hochwasser, der niedrigste das Niedrigwasser. Die Differenz zwischen beiden heißt Tidenhub. Steigt das Wasser herrscht Flut, fällt es, herrscht Ebbe.

Die Ursache für Ebbe und Flut ist die Anziehungskraft von Mond und Sonne, wobei die des Mondes, auf Grund der Nähe zur Erde, von größerer Wirkung ist. Die Dauer einer Tide ist durch die Position des Mondes beim Erdumlauf und die Rotation der Erde bestimmt. Bei halbtägigen Gezeiten beträgt eine Tide 12 Stunde. und 25 Minuten. Stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie so ist der Tidenhub am größten. Es entsteht das Maximum der Springtide. Bei Halbmond ist die Anziehungskraft am niedrigsten, es kommt zur Nipptide.

Küstenformen, die von Gezeiten abhängen bzw. nur in gezeitenstarken Meeren anzutreffen sind, sind die Watten-, Marsch- und Dünenwallküsten.. Gezeitenströme haben zudem Auswirkung auf Erosion, Materialtransport und Akkumulation am Meeresboden und an der Küste, tragen zum Wasseraustausch an Buchten, Ästuaren und Lagunen bei und sind ein wichtiges Agens der Formung der Küste.

Sturmfluten gehen auf besonders starke auflandige Winde zurück. In Verbindung mit Hochwasser können Sturmfluten verheerende Auswirkungen haben.

Im Mündungsbereich des Amazonas herrscht im Mittel ein Tidenhub von zehn Metern. Spitzenwerte mit etwa 13 Metern erreicht die Küste Ostpatagoniens, ein Tidenhub der mit dem der Bretagne vergleichbar ist. An den übrigen Küstenbereichen Lateinamerikas liegen die Schwankungen der Gezeiten unter fünf Meter, im Karibischen Meer sogar unter einem Meter.

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