Logo
Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.1 Allgemeine Geomorphologie
 up 2.1.1 Reliefbildende Prozesse
 up 2.1.1.7 Marine und limnische Prozesse

2.1.1.7.3 Wellen

Neben den Gezeiten sind die Wellen der wichtigste Motor mariner Abrasion und Akkumulation. Sie sind von der Windstärke, Wirkdauer und Wirklänge des Windes (Strecke auf die ein Wind wirkt) abhängig. Demnach haben die Wellensysteme der Westwindzone die maximale Wirkung, da diese Winde über eine lange Zeit anhalten. Monsunwinde und Wirbelstürme erreichen zwar mehr Energie, wirken aber über einen kürzeren Zeitraum. Kurzfristig können sie aber katastrophale Auswirkungen nach sich ziehen. Die niedrigste Brandungsenergie zeigen Binnen-, Rand- und Nebenmeere, sowie Meere unter Eisbedeckung. Winderzeugte Wellen bleiben auch dann bestehen, nachdem der Wind abgeflaut ist, oder nachdem sie aus dem Windgebiet herausgelaufen sind. Der Alterungsprozess einer Welle erzeugt eine langwellige (Wellenlänge = Distanz zwischen zwei Wellenkämmen) Dünung. Sie kann große Strecken überwinden und an weit entfernten Küsten schwere Brandung verursachen.

Grafik: Wellen

Der Durchlauf einer Welle versetzt die Wasserteilchen in Bewegung. Sie beschreiben an Ort und Stelle kreisförmige Bahnen und bewegen sich nicht in Längsrichtung fort. Erreicht die Welle seichtes Gewässer, wird ihre Geschwindigkeit durch Reibung am Meeres boden gebremst. Die Wassermassen werden quasi aufgestaut und brechen in Bewegungsrichtung zur Strandseite über. In diesen Brechern verändert sich die Bewegung der Wasserteilchen in eine landeinwärts gerichtete Komponente und in einen Rückstrom von Wasser auf der schrägen Böschung des Strandes. Die gesamte Energie des Wassers wird dabei in Reibung und Arbeit umgesetzt. Die Brandungszone ist der geomorphologisch aktivste Bereich der marinen Formung.

Die Brandung erzeugt eine Küstenströmung. Bei schrägem Auftreffen der Wellen auf die Küstenlinie verläuft der Wellenrückgang nicht schräg zurück, sondern der Schwerkraft folgend in Hangrichtung des Strandes. So wird das Material strandparallel versetzt, und es kommt zum Prozess der Strandversetzung.

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"