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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.1 Allgemeine Geomorphologie
 up 2.1.1 Reliefbildende Prozesse
 up 2.1.1.6 Äolische Reliefformung

2.1.1.6.3 Äolische Dynamik als Indikator für Desertifikation

Äolische Prozesse können durch den Menschen verstärkt, ja sogar ausgelöst werden. In desertifikationsgefährdeten Gebieten hat die Beeinflussung äolischer Aktivität immense Auswirkungen auf die Landnutzung und Ertragfähigkeit einer Region.

Bei Entnahme der Vegetationsdecke kommt es zu verstärkter äolischer Abtragung. Die Vegetation hat in Hinblick auf die Windwirkung viele Funktionen:

  • Verringerung der Windwirkung
  • Zusammenhalt der Sedimentdecke durch das Wurzelwerk
  • Schutz vor Austrocknung des Bodens durch Schattenwirkung (trockenes Sediment wird leichter von äolischer Deflation erfasst als feuchtes)
Nebka in den Bolsones der Pampinen Sierren/Argentinien Vielerorts hat die Ausblasung feinen Materials noch keine nennenswerten Auswirkungen, die Ablagerung dieser Sedimente hingegen schon. Zunächst kann ein verstärktes Auftreten von Staubstürmen beobachtet werden. Straßen, Häuser und Felder werden von einer Sedimentschicht überzogen. Hinter jedem Strauch bilden sich Nebkas, kleine Sandanhäufungen im Lee der Pflanze. Zunächst kann die Pflanze mit der Sandanhäufung mitwachsen, irgendwann erstickt sie und stirbt ab. An fast jedem Hindernis entstehen kleine, gebundene Dünen, die die Ertragsfähigkeit wesentlich herabsetzten.

Das frühzeitige Erkennen solcher Prozesse dient dazu, die Ursachen rechtzeitig zu erkennen. Will man den Ursachen entgegenwirken, steht man bereits mittendrin - im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Nutzen und ökologischer Nachhaltigkeit.

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