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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.1 Allgemeine Geomorphologie
 up 2.1.1 Reliefbildende Prozesse
 up 2.1.1.5 Glaziale Reliefformung
 up 2.1.1.5.2 Typen von Gletschern

2.1.1.5.2.1 Talgletscher

Talgletscher sind für die meisten Hochgebirge, wie auch für die Anden, charakteristisch. Die Eismassen erfüllen präglazial durch fluviale Erosion vorgeformte Täler. Der Anteil der Talgletscher am vergletscherten Gebiet der Erde insgesamt ist mit 1,5% sehr gering, dennoch beeindrucken vergletscherte Hochgebirge. Die Anden tragen zum Teil sehr mächtige Talgletscher. Die stark vergletscherten Gebiete der Anden in Bolivien, peru, Ecuadors und Kolumbiens bieten wegen ihrer Eismassen beeindruckende Naturschauspiele. In Patagonien erreichen sie eine Länge von bis zu 80 km und gehören damit zu den längsten Gletschern der Erde (zum Vergleich: der größte Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher in der Schweiz hat eine Länge von etwa 24 km).

Die Fließgeschwindigkeit von Talgletscher in ist mit 30-über 200m/Jahr hoch. Das Nährgebiet großer Talgletscher sind oft den flache Firnmulden oder lehnsesselartige Bergflanken, sog. Kare, in den Hochlagen der Gebirge. Hier fällt auch während des Sommers Schnee, der unter Druck, wiederholtem Auftauen und Wiedergefrieren zu Firn, Firneis und in weiterer Folge zu Gletschereis metamorphisiert. Durch die ständige Produktion von Gletschereis fließen die Eismassen in Form von Gletschern talwärts, jenseits der klimatischen Schneegrenze, ins Zehrgebiet.

Ein Eisstromnetz erfüllt das Eis ein Gebirgssystem, greift über Pässe und Kämme hinweg und vereint Haupt- und Nebentäler. Solch ein Eisstromnetz ist zum Teil noch in Südpatagonien zu finden.

Kargletscher sind von geringer Größe, füllen ein Kar aus und entsenden keine Gletscherzunge ins Tal.

Ebenfalls häufig in den Anden zu beobachten sind Wandgletscher und regenerierende Lawinengletscher. Wandgletscher hängen an Steilwänden und sind in Gletscherbrüchen aufgelöst und brechen in Eislawinen ab. Sie speisen häufig sich dadurch regenerierende Lawinengletscher, die an sich unter der klimatischen Schneegrenze liegen. Durch die stete Eiszuführ fließen sie weiterhin talauswärts (z.B. Vereisung des Tronadors, Argentinien).

 down 2.1.1.5.2.1.1 Büßerschnee, Gletschertische und Kryokonitlöcher
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