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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.1 Allgemeine Geomorphologie
 up 2.1.1 Reliefbildende Prozesse
 up 2.1.1.3 Fluviatile Reliefformung
 up 2.1.1.3.3 Flussmündungsformen

2.1.1.3.3.1 Ästuar

Ästuare sind infolge des postglazialen Meeresspiegelanstiegs ertrunkene, im Pleistozän übertiefte Flussunterläufe. Bei großem Tidenhub und geringer Schwebstoffführung der Flüsse bleibt ein offener Trichter, oder ein Mündungsschlauch erhalten.

Während des Pleistozäns (beginnend etwa 2 Mio. Jahre vor heute), sank das Niveau des Meeresspiegels oft um mehr als 100m unter das heutige Niveau. Der Flache Schelfbereich der Kontinente, wie etwa im vor der Ostküste Südamerikas, fiel in weiten Teilen trocken und die Flüsse mündeten in großer Entfernung der heutigen Küste ins Meer. Die Tieferlegung der Erosionsbasis Meer gab der erosiven Tätigkeit der Flüsse einen starken Impuls. Abgelagerte Sedimente wurden meerwärts verfrachtet, die heutige Küstenlinie war Erosionszone.

Im Postglazial (nach 10.000 J. v. heute), mit dem endgültigen Abschmelzen der riesigen pleistozänen Eismassen, drang das Meer in die neu geschaffenen Täler ein. Offene Ästuare blieben bis heute nur dort erhalten, wo eine geringe Schwebstoffführung der Flüsse eine Sedimentauffüllung der Mündungstrichter verhinderte. Die nördliche Amazonasmündung bildet eine kombinierte Form von Ästuar und sich bereits aufbauendem Unterwasserdelta.

Beispiele für Ästuare in Lateinamerika ist die Trichtermündung des Río de la Plata und zum Teil des Amazonas, dessen Mündung eine Mischform zwischen Delta und Ästuar darstellt.

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